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Auf dem Weg zur Währungsreform (2)
Okt 12th, 2008 by nftrw

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Währung nach neuem, alt hergebrachtem Maßstab

Tauschhandel mit Produktbewertung sind ausschlaggebend für eine Entscheidung zum Kauf. Welches Produkt kaufe ich, steht als Kernfrage – kenne ich den Hersteller und was passiert mit meinem Geld, wenn ich es weiter gebe.
Unterstütze ich den ökologischen Anbau, wird durch meinen Kauf ein sinnvolles Unternehmen gefördert? Die Transparenz der Hersteller in den Handelsbeziehungen ist dem Käufer wichtig. Vertrauen, Ausrichtung und Qualität zählen. Gute Produkte werben für sich selbst.
Mundpropaganda steht über der Massenwerbung und der Preis liegt deutlich unter dem der großen Handelsketten, da der intelligente Handel unnötige Kosten erspart.

Geld ausgeben ist leichter als Geld sparen.

Wie setzt man das jedoch im Leben aller Menschen um? Einfache Regeln verändern das Geschehen positiv. Das Regiogeld stellt seine eigenen Regeln auf. Das Geld mit dem Verfallsdatum bringt Bewegung in das Finanzgeschehen. Ausgeben, Verleihen oder Investieren sind die Möglichkeiten die sich dem Einzelnen bieten.

Der Arbeitsmarkt öffnet sich

Was ist ihr Traumberuf? Bürofachangestellter? Bankkaufmann oder ist ein neu orientierter Beruf mit dem Namen Freiwirt eine all zu entfernte Alternative im Angesicht der globalen Finanzkrise? Es stehen über sechzig Initiativen bereit, das Finanzsystem zu übernehmen und warten auf Mitarbeiter.

Im folgenden Vortrag stellt Franz Galler seine Erfahrungen mit dem Chimgauer zur Verfügung:

Mit dem neuen Finanzsystem gelten neue, doch eigentlich althergebrachte Werte. Tauschhandel unter den Handelnden, Verantwortung für den Handel, Verantwortung für Produkte – Beziehung von Herstellern und Kunden.

Währung und Waren neu bewerten?

Die derzeitige Währung basiert auf dem Glauben an einen Wert – früher vergleichbar mit dem Wert von Gold. Nun gehen wir zurück zu den subjektiven Werten.
Hier steht die subjektive Entscheidung Dem Werte bei zu messen an. Welchen Wert gibt man der Arbeit eines Menschen und wie kann man Dies fest legen? Es kann nur ein neuer Maßstab sein, der hier einen Wert kreiert.

Findet eine Neubewertung statt?

Eine Neubewertung findet in dieser Zeit in jedem System statt. Die Stützen der Gesellschaft beruhen nicht mehr auf Politik und Völkerverständigung durch Wettbewerb im herkömmlichen Sinne. Technologie, Kommunikation, Information neues Bewusstsein und der Fortschritt in jeder Hinsicht setzen neue Maßstäbe für zukünftige Generationen.

Wer bewertet neu?

Wer soll das was er hat neu zu bewerten? Hier ist der wache Menschenverstand gefordert.
Nicht eine Person kann Werte fest legen sondern nur mehrere Personen im Austausch. Um dies zu gewährleisten ist ein aufgeschlossener Verstand nötig.

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Für einen Überblick und Neuigkeiten über die Freigeldinitiativen sorgt der Freigeld Blog .

Auf dem Weg zur Währungsreform (1)
Sep 30th, 2008 by nftrw

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Finanzkrise hört man in allen Medien. Täglich meldet Google bis zu einhundert Nachrichten der öffentlichen Medien, die keine andere Schlussfolgerung zu lassen als das es mit dem Schuldgeldsystem zu Ende geht. Ein Blick in die USA läßt auf dunkle Zeiten schließen Proteste gegen die Rettungsaktionen sowie das nun geltende Kriegsrecht sind Nachrichten die nichts Gutes vermuten lassen. Eine Währungsreform ist dringend nötig.

Wofür ist in der Wirtschaft Geld nötig?

Wirtschaften in seinem Ursprung basiert auf dem Tauschhandel. In der heutigen Wirtschaft sind jedoch viele Waren und Dienstleistungen vertreten, wodurch es nicht möglich ist mit einem direkten Tausch zu wirtschaften. Ein Zahlungsmittel ist zum „erweiterten Tausch“ erforderlich. Geld ist also nur ein Mittel das Werte der Wirtschaftler transferiert.

Ist Geld nur ein Tauschmittel?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist Geld wesentlich mehr als ein Tauschmittel. Die Geldströme sind schwer nachvollziehbar. Es fließt in alle denkbaren Bereiche wie auch Politik, Verwaltung und Militär. Es wird auf den Weltmärkten verschoben und an der Börse spekuliert. Der Wert des Geldes ist nicht festgelegt und so werden immer wieder virtuelle Geldmengen geschaffen die das Finanzsystem vorerst vor dem Kollaps bewahren wird, bis ein neues System übernehmen kann.

Wohin geht die Währungsreform?

Wie bei jeder Währungsreform gibt es ein neues Geld. Wer hier an die „Eine Welt Währung“ denkt, der erinnert sich an den Verlust der souveränen D – Mark. Ein globales Geldsystem, das nach dem Vorbild Monopoli aufgebaut ist und zwangsläufig in die nächste Krise führt?
In seinem Vortrag erwähnte Andreas Popp ein wünschenswertes Geldkonzept in dem die am Handel beteiligten als Gewinner hervor gehen. Nun fiel es, das Stichwort „am Handel beteiligten“ – was ist jedoch mit denen, die am Handel nicht beteiligt sind? Wie finanziert man Politik und Rüstung wenn die Handelstreibenden Leistung und Ware austauschen? Wer möchte Politik und Rüstung durch seine persönliche Leistung unterstützen? Sind diese Systeme nicht schon lange überflüssig in einer Welt, die sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden?

Im folgenden Vortrag stellt Andreas Clauss seine Arbeit vor:

neues Geld – ein neues Wirtschaftssystem

Es wartet die Aufgabe, den Handel und somit auch das Handeln von Grund auf neu zu überdenken. Woran soll der Wert des Geldes gekoppelt werden? Wie lässt sich eine Währung schaffen die krisensicher ist und für zukünftige Generationen Bestand hat?
Ein Währungssystem kann sich nur auf die tatsächlichen Werte beziehen. Dazu werfen wir einen Blick auf ein Ressourcen basiertes Wirtschaftssystem. Eine Verwaltung von Ressourcen wie Nahrung, Energie, Technologie und Information nach einem stabilem Wert. Welchen Wert wir im einzelnen vergeben ist also eine vorerst subjektive Wahrnehmung.

Was ist tatsächlich Wert?

Der Traum sich um seine Zukunft und die seiner Kinder keine Sorgen machen zu müssen ist so alt wie die Menschheit selbst. Definiert wurde dieser Zustand mit einem Traum der Zinsen produzierenden Million auf dem Konto – das Leben des leistungslosen Kapital- empfängers, das Leben im wirtschaftlichen Paradies.
Doch ist es ein irrtümlicher Traum, jedem Menschen das sorglose Leben auf Kosten von Anderen zu ermöglichen.
Was ist also wirklicher Wert? Ist es das selbst vermehrende Zahlenspiel des Zinses und des Zinseszinses, oder gar die Investition in materielle Werte?
Aktiengeschäfte versprechen viel, doch auch die Inhaber von Ökostromaktien bezahlen für ihren Energiekonsum. Ist hier eine Windkraftanlage nicht eine physisch existente Alternative mit Zukunft?

Wo lassen sich Werte erkennen?

Das Wort „Wert“ ist ein einfaches Wort für eine menschliche Skala, in der Jeder die Wertigkeit einer Sache für sich bestimmt. An seinem Bankguthaben Werte zu erkennen dürfte vielen Menschen seit Harz IV nicht möglich sein.
Wo lassen sich die Werte nun erkennen? Unzählige Gegenstände im eigenen Leben offenbaren das was man im bisherigen Leben erhalten hat. Sind wir, die sich ihre Wohnungen gemütlich eingerichtet haben, wirklich arm wenn das virtuelle Geld verfliegt?

Ausgeben statt Sparen

Um wirkliche Werte zu schaffen muss man also Geld ausgeben, es muß fließen. Nicht das Geld arbeitet sondern der Mensch und was er dafür bekommt sind wirkliche Werte. Umlaufsicherung ist die Stärke des neuen Geldsystems. Beteiligte in Handelsringen sehen ihr eigenes Geld als etwas sehr wertvolles für ihre Region und möchten es nicht missen.

Wann startet die Währungreform?

Im Grunde hat diese Währungsreform schon längst begonnen. In 61 Initiativen im Raum Deutschland werden die Wege aus der Finanzkrise gebaut. Nach dem Motto „Ihr habt kein Geld, also druckt euch welches!“ entstehen Handelsbeziehungen in den Regionen.
Handelspartner und Herausgeber des Geldes kennen sich, es besteht eine Vertrauensbeziehung, welche für erfolgreiche Geschäfte notwendig ist.

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Forum

Banken im Zusammenbruch
Sep 29th, 2008 by nftrw

Schauen wir zurück, Anfang März des Jahres 2000. Wir leben in der besten aller Finanzwelten. Sie können nur einen einzigen Fehler machen: keine Aktien zu haben. Kleine Firmen, die noch keinen einzigen Dollar Gewinn erzielt hatten, wurden zu millionenschweren Börsengiganten. In das Amerikaans angeberischer Geschäftsleute fand ein neues Wort Eingang: die Burn-Rate. Diese gab an, wie schnell eine Firma das in sie gesteckte Kapital verbrannte, also aufbrauchte, ohne durch Gewinne neues Kapital zu schöpfen. Je höher die Burn-Rate, desto schneller stieg der Aktienkurs.

Damals waren Aktien die universale Währung. Wer eine andere Firma aufkaufen wollte, bezahlte mit Aktien. Wer gute Leute frisch von der Uni anwerben wollte, zahlte ein paar Dollar und vielen Aktien. Das große Zauberwort hieß „Börsengang“. Was die Firma herstellte, das Geschäftsmodell oder die Gewinnaussichten brauchten niemanden zu interessieren, jeder Glückliche, der bei einer Neuemission ein paar Aktien zugeteilt bekam, hatte innerhalb eines Tages einen schönen Gewinn eingestrichen.

Deshalb drängte jeder Kleinanleger an die Börse, spekulierte mit allem, was er ergreifen konnte. Wer damals im Schwimmbad mit offenen Ohren unter der Dusche stand, konnte ein paar Aktientips aufschnappen. Ach ja, natürlich wußten auch Friseure und Taxifahrer Bescheid. Wie gesagt, es war die beste aller Finanzwelten.

Ende März war die Blase geplatzt. Die Aktienkurse kannten die nächsten Jahre nur noch eine Richtung: nach unten. Und der hochgelobte Neue Markt verschwand gänzlich.

Ein paar kleine Bankenkunden

Reduzieren wir die große Finanzwelt auf ein paar kleine, überschaubare Vorgänge. Dazu brauche ich nicht den Urknall vor 13,6 Milliarden Jahren, sondern ich gehe davon aus, daß alles, was ich brauche, schon vom Himmel gefallen ist. Also auch Herr Maier, der gerade 100 Euro zuviel hat und deshalb beschließt, dieses Geld auf die Bank zu tragen. In der gleichfalls vom Himmel gefallenen Zeitung hat er gelesen, daß die Bank befähigt ist, mit diesem Geld eine große und geheimnisvolle Magie auszuüben, die „Zinsen“ genannt wird.

Also geht Herr Maier dorthin, läßt seine 100 Euro zurück und trägt ein kleines Heftchen nach Hause, auf dem „Sparbuch“ zu lesen steht. Ab sofort gehört er zu den Privilegierten, die Geld auf der Bank haben.

Für die Bank sieht das ein bißchen anders aus. Herr Maier ist für die Damen und Herren Bankiers dumm, weil er sein Geld abgeliefert hatte, und obendrein frech, weil er dafür auch noch Zinsen haben will. Die vorher unbescholtene und schuldenfreie Bank hat jetzt nicht nur 100 Euro herumliegen, sondern auch noch 100 Euro Schulden bei Herrn Maier, verbrieft in dessen Sparbuch. Jetzt muß die Bank schleunigst Abhilfe schaffen. Gut, es gibt ein paar Länder in der Karibik und in Südamerika, die nicht ausliefern, doch 100 Euro reichen da nicht sehr lang. Also findet die Bank den Herrn Müller.

Herr Müller bringt der Bank die Rettung, denn anders als Herr Maier braucht er 100 Euro. Er befreit die Bank somit von den drückenden 100 Euro in deren Tresor, außerdem möchte er auch noch Zinsen bezahlen. Herr Maier bekommt nach einem Jahr 2,50 Euro Zinsen, Herr Müller bezahlt 7,50 Euro und von der Differenz lebt die Bank. Hätten sich die Herren Maier und Müller statt dessen im Ratskeller zu einem Glas Wein getroffen, ohne die Bank zu belästigen, hätten sie das Geschäft gänzlich ohne Bank abschließen können, zu einem Zins von 5,- Euro. Herr Maier hätte mehr Geld bekommen und Herr Müller weniger bezahlen müssen. Aber das darf nicht sein, denn wenn jeder mit dem anderen direkt handelt, müßten die feinen Anzugträger in der Bank ja wirklich arbeiten.

Jetzt schnipsen wir mit den Fingern und das Jahr ist vorbei. Herr Müller muß jetzt irgendwo 7,50 Euro hernehmen, um der Bank die Zinsen zu bezahlen, damit die Bank dem Herrn Maier 2,50 Euro Zinsen bezahlen kann – und damit die Banker ohne wirkliche Arbeit 5,- Euro Gewinn einstreichen. Das Geld kommt von Herrn Schmitt, der sich Geld von der Bank geliehen hat, das zuvor Herr Schneider eingezahlt hatte.

Das Schneeballsystem

Am Anfang hatten wir 100 Euro, am Ende des Jahres 107,50 Euro. Einen weiteren Zyklus später haben wir 115,56 Euro – und so geht es weiter. Herr Schmitt braucht das Geld, das sich Herr Müller geliehen hat, um seine Schulden und seine Zinsen zu bezahlen, Herr Müller wiederum das Geld von Herrn Schmitt… Nach zehn Jahren sind es 206,10 Euro, deshalb muß jetzt auch noch Herr Beck in den Kreis der Entleiher eintreten. Nach 16 Jahren sind es 318,08 Euro, deshalb brauchen wir einen vierten Schuldner… Und so wächst das Schuldensystem immer weiter an. Mehr und mehr Leute müssen arbeiten, damit die Bank weiterhin ihre Geschäfte abschließen kann. Das freut die Bank, denn sie verdient dadurch immer mehr Geld. Die Herren Bankiers kaufen sich davon schickere Anzüge, die Damen Bankiers Designer-Kostüme und alle gemeinsam größere Autos und schönere Häuser. In Schweiß geraten sie dabei höchstens in den Fitneß-Studios, beim Ausgleichs-Sport.

Die Rechnung funktioniert aber auch anders herum: Am Anfang waren die 100 Euro des Herrn Maier zinsfrei. Nach dem ersten Jahr sind es 107,50 Euro, doch diese lassen sich nicht in 100 zinsfreie und 7,50 Zins-Euros aufteilen. Jeder einzelne Euro enthält 93,023 zinsfreie Cent und 6,977 Cent Zinsanteil. Nach 16 Jahren sind pro Euro nur noch 31,439 Cent zinsfrei und der Zinsanteil beträgt 68,541 Cent. Das heißt, jeder Euro, den die Herren Maier, Müller, Schmitt, Schneider und Beck irgendwo einnehmen und ausgeben, enthält bereits zu mehr als zwei Dritteln Zinsen. Ein Brötchen, das nur 16 Cent kosten müßte, wird zu 50 Cent verkauft, weil eben diese Zinsen darin stecken.

Sicher, dies ist eine theoretische Rechnung, die nicht die gewachsene Gütermenge berücksichtigt. In den 16 Jahren ist schließlich produziert worden. Wenn im Land kein Krieg und keine größere Katastrophe stattgefunden hat, gibt es jetzt mehr Waren als vor 16 Jahren, auch wenn zwischendurch alte Kühlschränke ersetzt, Autos zu Schrott gefahren oder ausgediente Spazierstöcke verbrannt worden sind. Hin und wieder geht ein Schuldner Bankrott, da muß die Bank ihren Gewinn abschreiben, während ihre eigenen Schulden – die Einlagen – erhalten bleiben. Doch diese Effekte verlangsamen nur den Ablauf, sie kehren ihn keinesfalls um.

Blicken wir einen Augenblick über den Tellerrand: Die Seerosen auf einem Teich verdoppeln sich Tag für Tag. Nach 50 Tagen haben sie ein Achtel des Teiches bedeckt. Nach wie vielen Tagen ist der Teich ganz bedeckt? Morgen schon ist ein Viertel des Teiches bedeckt, übermorgen die Hälfte und in drei Tagen der ganze Teich. Darin liegt die „Magie“ des Schneeballsystems. Nach 50 Tagen sind noch 87,5% des Teiches frei von Seerosen, nur wer genau hinschaut, entdeckt sie – und drei Tage später ist der ganze Teich ein einziges Meer von Seerosen.

Das Schneeballsystem der Banken funktioniert genauso. Es geht über die Jahrzehnte hinweg gut, bis es schließlich ganz schnell kollabiert. So ein Kollaps würde jedoch die Banken zerstören – und Millionen Banker auf der Welt müßten sich eine andere Arbeit suchen. Abgesehen davon soll es ja ein kleines Volk geben, das besondere Fähigkeiten in Geldgeschäften besitzt – und diese Leute müßten dann ebenfalls… Da sollten wir doch lieber dafür sorgen, daß jenes Ende hinausgezögert wird.

Aktienblase 2000

Gehen wir noch einmal zurück in den März des Jahres 2000. Die Herren Maier und Schneider haben ihre Sparkonten geplündert und sich auf dem Neuen Markt engagiert. Sie sind konservative Anleger, deshalb sind sie erst recht spät eingestiegen, da mußten die Taxifahrer, Friseure und Schwimmbadbekanntschaften lange auf sie einreden. Trotz ihrer Bedächtigkeit liegen sie Anfang März 50% im Plus. Andere Anleger liegen um 200%, 500% oder gar 1000% im Plus. Wir reden hier jedoch über Aktien, die Gewinne stehen nur auf dem Papier.

20.000 Aktien, im Januar gekauft, werden anhand von 200 Aktien bewertet, die jetzt, im März den Besitzer gewechselt haben. Das Geld in den Aktienmärkten liegt auf dem Spieltisch, erst, wenn der Spieler seine Aktien verkauft, das Geld einsteckt und das Spiel beendet, ist es zu wirklichem, real verfügbarem Geld geworden. Wenn Herr Maier für 10.000 Euro Aktien gekauft hat, die jetzt mit 15.000 Euro notieren, verliert er nicht wirklich 15.000 Euro, wenn die Aktien wertlos werden, denn die hat er nie besessen, sondern „nur“ die ursprünglichen 10.000 Euro.

Und genau das passiert in den nächsten Monaten. Die Maiers und die Schneiders verlieren ihre Einsätze, das Geld haben nun die Wiesenthals und die Goldmans, die ihnen diese Aktien verkauft haben. Der Traum vom schnellen Geld ist ausgeträumt, jetzt wenden sich die Maiers und Schneiders einer „soliden“ Geldanlage zu. Die Banken haben an den Provisionen verdient, die lästigen, arbeitsaufwendigen Kleinanleger sind verschwunden. Das System hat sich für die nächste Runde vorbereitet.

Das Schneeballsystem hat schon eine Menge Runden auf dem Buckel, es muß neue Schuldner finden, um noch eine Weile fortzubestehen. Eine wichtige menschliche Eigenschaft ist die Gier. Wenn jemand die Möglichkeit hat, den größten Rebbach aller Zeiten einzufahren, wird er dies bereitwillig tun. Durch die Aktienblase war die Bühne bereitet.

Die Aktienmärkte haben das Kapital der kleinen Anleger zu den großen geschaufelt, die rechtzeitig ausgestiegen sind. Jetzt suchte das Kapital neue Anlageformen – und vor allen, neue Schuldner. Denn nur, wenn Schuldner die Einlagen (die Schulden der Bank) abholen, gegen Zinsen in Forderungen (Guthaben) der Bank verwandeln, fließt das Geld.

Immobilien!

Der Statthalter der Hochfinanz Alan Greenspan benötigte ein Rezept, um die größte Kreditblase aufzupumpen, welche die Welt je gesehen hatte. Das entscheidende Mittel dazu waren niedrige Zinsen. Nach der reinen Lehre sind sinkende Zinsen gut für die Aktien, weil es sich nicht lohnt, Geld in Anleihen zu investieren. Außerdem verbilligen niedrige Zinsen die Kredite, schmälern somit die Gewinne der Banken.

Der 11. September 2001 bot einen willkommenen Anlaß, nicht nur für ein paar Raubkriege, sondern auch für Zinssenkungen. Amerika wurde schließlich angegriffen, durch ein paar meisterhafte Sprengmeister, da benötigte die Wirtschaft günstiges Geld, um sich von diesem Schock zu erholen. Falls Sie den Zusammenhang nicht nachvollziehen können, brauchen Sie sich daran nicht zu stören. Notfalls hätte auch eine Mäuseplage im Central-Park als Begründung ausgereicht. Es ging schließlich darum, Geld ins System zu pumpen, weitere Schuldner zu finden, die größte Kredite aufnehmen.

Natürlich brauchte man eine Abhilfe gegen die Effekte des zu niedrigen Zinses. Wir kennen das Verfahren vom Rauschgiftmarkt: die ersten Dosen sind umsonst, ist das Opfer süchtig, wird abkassiert. Ein Kredit, der 30 Jahre läuft, kann die ersten zwei bis drei Jahre gerne günstig vergeben werden. Oder noch besser – mit Zinsanpassungsklausel. 30 Jahre, so lange laufen hauptsächlich Hypotheken, also wurden Hypotheken vergeben. Langlaufende Hypotheken werden optisch sehr günstig, wenn da ein ganz niedriger Anfangs-Zinssatz auf dem Papier steht, das teuere Ende kommt erst noch.

Ja, und dann zündete die zweite Stufe. Wenn so viele Leute Häuser kaufen, steigen die Preise (Das nennt sich Marktwirtschaft, funktioniert überall außer bei Gold. Da fallen schon mal die Preise, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt.). Das ist so wie bei den Aktien: der Wert richtet sich nach dem letzten Verkauf. So wurden auch die längst abbezahlten Häuser von Mr. Meyer, Mr. Muller und Mr. Smith teurer, weil Mr. Snider bereit war, mehr zu bezahlen. Wir sind in den USA, da zeigt man gerne, was man hat und was man sich leisten kann, auch wenn das nur auf Kredit ist.

Konsumentenkredite haben den Nachteil, daß sie nur kurz laufen, außerdem braucht man dafür Sicherheiten. Da ist es doch viel einfacher, eine Immobilie zu beleihen, eine Hypothek aufzunehmen, oder eben eine Hypothek aufzustocken. Das Geld steckt man in einen schönen Plasmafernseher, einen protzigen Geländewagen oder eine wunderbare Urlaubsreise. Und in ein paar Wochen erhöht man die Hypothek, weil die Preise schon wieder gestiegen sind. Die Finanzwelt hatte das Perpetuum Mobile entdeckt.

Natürlich waren ein paar dieser Kredite… nun, man nennt es „Subprime“. Das sind Kredite, die höhere Zinsen abwerfen, weil die Rückzahlung ein bißchen unwahrscheinlich ist. Dafür hat die Finanzwirtschaft wunderbare „Produkte“ entwickelt. Man packte die faulen Kredite mit ein paar guten Krediten zusammen und verscherbelte diese an deutsche Landesbanken. So bekamen die Herrschaften in den USA frisches Geld für neue Kredite und die deutschen Steuerzahler über ihre Landesbanken ein paar schwarze Löcher, in denen Geld versenkt wurde. Diese Refinanzierung wurde zur dritten Stufe, denn sie ermöglichte es, die Kreditvergabe noch weiter auszuweiten.

Ein Kreditsystem benötigt Einlagen, um richtig zu funktionieren. Bei einer richtig großen Kreditblase sind jedoch auch die Einlagen gefährdet, denn wenn die Kreditnehmer nicht mehr zahlen können, verlieren die Kreditgeber ihr Spargeld. Wenn nun ein Mr. Klugman, der in seiner Jugend ein Buch über den Holocaust gelesen hat und sich seitdem als Opfer fühlt, um seine Sparmillionen gebracht wird, ist das ein schwerer Fehler im System. Keine Sorge, Bankdirektor Klugman kann sein ererbtes Geld und seine Bonuszahlungen in sicheren Sachwerten anlegen, die Einlagen für die Kredite erbringen andere. Ja, auch deutsche Landesbanken, aber die haben das verdient, meint Mr. Klugman.

In früheren Zeiten, als die USA noch kein reiner Agrarstaat gewesen waren, hätte die amerikanische Industrie die ganzen Güter produziert und das Geld an amerikanische Arbeiter als Löhne gezahlt. Heute, im Zeitalter des imperialen Globalismus, produzieren fleißige Chinesen. Die werden nicht in Dollar bezahlt, sondern in Yuan, die Dollar bekommt der chinesische Staat und der – ja, der kauft amerikanische Anleihen. Das heißt, das chinesische Volk erbringt die Einlagen für die US-Kreditwirtschaft. Drastisch formuliert: Die Chinesen leihen den Amerikanern das Geld, mit dem die Amis in China einkaufen, und tragen so das Risiko der zusammenbrechenden Banken.

Mr. Klugman verdient sein Geld damit, daß er den Chinesen geringere Zinsen zahlt, als er Amerikanern abknöpft. Und da Mr. Klugman ein kluger Mann ist, läßt er sein eigenes Geld natürlich nicht auf dem Spieltisch liegen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Finale furioso

Leider haben die Perpetuum Mobiles in der Praxis nie funktioniert. Wenn sie gut konstruiert waren, konnten sie selbst Experten eine Zeitlang täuschen, aber eben nicht dauerhaft. Nicht einmal in der Finanzwelt läuft das schöne Wundergerät ewig. 2007 war es dann soweit. Niedrige Zinsen sind schlecht für eine Währung, wenn die konkurrierenden Währungen höher verzinsen. Eine verfallende Währung läßt die Importpreise steigen und die Benzinpreise, dafür sinkt die Stimmung der Wähler. Das ist nicht so gut, wenn ausgerechnet dann ein Präsident gewählt werden soll.

Ben Shalom Bernanke – zufällig ein Glaubensgenosse von Alan Greenspan – hat die Zinsen erhöht und damit das Kredit-Kartenhaus einstürzen lassen. Sie erinnern sich an die Hypotheken ohne Zinsfestschreibung? Die stiegen sofort und prompt konnten eine Menge Leute sie nicht mehr bezahlen. Die Häuser wurden zwangsversteigert, die Immobilienpreise sanken wieder – und damit die Sicherheiten für die Hypotheken.

Ja, ja, runter kommen sie immer, sagt man von Flugzeugen. Und jetzt hatten die Banken ein Problem. Die Guthaben der Anleger sind Schulden der Bank, diese hatten alle Krisen bestens überstanden. Die Kredite hingegen, die Forderungen der Banken, also DEREN Guthaben, verfielen jedoch. Und wie bei allen Firmen, wenn die Verbindlichkeiten die Forderungen übersteigen, droht der Konkurs.

Aber das ist nur das kleinere Problem. Das Schneeballsystem ist darauf angewiesen, daß immer neue Leute Kredite aufnehmen. Jetzt hingegen werden Kreditnehmer reihenweise insolvent, fallen somit aus. Wo sollen die Zinsen für die Guthaben der Banken erwirtschaftet werden? Wir sind am 53. Tag unseres Seerosenteichesangekommen. Der Teich ist zur Gänze bedeckt, wenn jetzt nicht kräftig gejätet wird, kippt der Teich morgen um, weil die Seerosen jegliches Sonnenlicht abhalten.

Anders als im Seerosenteich gibt es in der Finanzwirtschaft einen Retter, oder auf Amerikaans: Lender of last Ressort, der allerletzte Kreditnehmer, der infallible Schuldner, der unbegrenzte Kreditwürdigkeit besitzt: der Staat. Dieser ominöse Staat ist die Gesamtheit der Steuerzahler, sind alle ausgebeuteten Menschen in einem Land. Und sollte das Land zufällig ein Imperium mit zahlreichen Vasallenstaaten sein, sind auch deren Steuerzahler in die Rettung der Finanzwirtschaft eingebunden.

Nun ja, vielleicht werden die Chinesen ihre Einlagen verlieren, genau wie die Steuerzahler. Nur um Mr. Klugman brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, der hat sein Geld klug und mobil angelegt Für den Fall der Fälle hat er noch zwei Reservepässe in der Schublade. Real den eines kleinen Landes am Mittelmeer, und virtuell den eines Landes in Mitteleuropa, das gerne alle Klugmans aufnimmt und ihnen bereitwillig Opferrenten, Entschädigung und Wiedergutmachung bezahlt, ohne lästige Fragen nach dem Leiden zu stellen.

Ein einmaliges Experiment

Zinsen sind keine Erfindung der Neuzeit, in abgeschwächter Form gab es das Schneeballsystem schon früher. Damals gab es jedoch einen Sicherheitsgurt, eine Rückfallebene, eine Begrenzung. Anders als Papierdollars ließ sich Gold nicht beliebig vermehren. Natürlich konnten die Herrscher zu allen Zeiten „infame Münzen“ prägen lassen, mit verringertem Gold-, Silber- oder Kupfergehalt. Damals ließen sich die „guten Taler“ von den neuen, schlechten Talern unterscheiden. Die guten blieben in der persönlichen Schatztruhe, das schlechte Geld wurde ganz normal gehandelt. Beim Papiergeld gibt es diesen Unterschied nicht. Ein Markstück vom Prägejahr 1949 sieht genauso aus und war genauso viel wert, wie ein Markstück des Jahres 1999, auch wenn es bei seiner Prägung die zehnfache Kaufkraft gehabt hatte (je nach Statistik hatte die Mark 80% bis 97% ihrer Kaufkraft verloren – und galt trotzdem als die stabilste Währung der Welt).

Der Zinszyklus wurde noch nie vollständig mit Papiergeld durchlaufen, zumindest nicht im Weltmaßstab. Frühere Papiergeldexperimente wurden lokal durchgeführt – und endeten allesamt mit dem vollständigen Verfall der Papierwährungen. Das Experiment Papierdollar läuft seit 1913. Es wurde begonnen, um den ersten Weltkrieg finanzieren zu können, denn ohne Papierdollar wäre der Krieg spätestens 1916 zu Ende gewesen und mindestens 100 Millionen Menschen hätten überlebt, es hätte keine Sowjetunion gegeben, keinen „Archipel Gulag“, keinen Kommunismus in China, keine „Killing Fields“ in „Kamputschea“ – das alles taucht nicht in den Kontobüchern auf. Allerdings hätten ein paar Herrschaften weniger Geld verdient, die mit so illustren Namen wie J.P.Morgan, Warburg oder Rothschild in den Geschichtsbüchern stehen.

Wenn ein Krieg reich macht, macht ein zweiter Krieg noch reicher. Der zweite Weltkrieg unterwarf die gesamte Welt dem Papierdollar, allerdings zunächst noch mit Sicherheitsgurt. Bis 1933 kostete eine Unze Gold (31,1 Gramm) 20,67 Dollar. Dann hat Präsident Rosenfeld, der für seine Abstammung natürlich nichts konnte, den freien Amerikanern ihr Gold abgenommen und den Besitz unter Strafe gestellt. Nachdem der Staat den Bürgern das Gold abgenommen hatte, hat Herr Rosenfeld – bzw. Mr. F.D.Roosevelt – den Dollar kräftig abgewertet, jetzt gab es für die Unze Gold schon 35 Dollar. Also für Ausländer, denn in den USA durfte ja niemand mehr Gold besitzen.

Auf diese Weise vermehrte die US-Regierung die Einlagen, denn damals war Gold noch Geld – und so gab es mehr Dollars. Leider lag das Land in einer tiefen Depression und weder der Bau des Hoover-Damms noch der Rosenfeldsche New Deal brachten die Wirtschaft wieder auf die Beine. Das schaffte erst ein netter kleiner Krieg – oder besser, der größte Krieg, der bisher stattgefunden hatte. Roosevelt und Churchill, sein europäischer Lehnsmann, sorgten folglich dafür, daß es so richtig knallte.

Ab 1944 war der Dollar die einzige Währung, die an Gold gebunden war. Ein Dollar, das war 1/35 Unze Gold. Alle anderen Währungen definierten ihren Wert im Verhältnis zum Dollar. Die 1948 geschaffene Deutsche Mark begann mit 4,00:1, wurde zeitweilig auf 4,20:1 gesetzt, um dann wieder 4,00:1 bewertet zu werden. Dieser Gold-Devisen-Standard, die Sicherheit gegen die unbegrenzte Papiergeldflut, bestand bis 1971. Der Krieg in Vietnam kostete viel Geld und anders als die Raubkriege gegen Deutschland gab es keine Riesenbeute, das britische Empire hatte sich aufgelöst, also mußten die USA den Krieg und seine Kosten allein schultern. Also fort mit der Begrenzung, weg mit dem Sicherheitsgurt, entthronen wir das Gold.

Die Weltmacht-Währung benötigte trotzdem noch irgendeinen Wertmaßstab, ein Mittel, um den Dollar als Knute zur Kontrolle der Vasallenvölker zu erhalten. Zu diesem Wertmaßstab wurde das Erdöl. Solange weltweit Erdöl in Dollar gehandelt wird, solange benötigt jedes Land Dollar als Zahlungsmittel. Und was Roosevelt 1933 vorexerziert hatte, wurde 1973 und 1979 wiederholt: Der Preis des Erdöls wurde in die Höhe getrieben, womit mehr Dollar auf den Markt gebracht wurden, also das Kreditsystem ausgeweitet wurde.

Das Schneeballsystem funktionierte wunderbar. Reagonomics lockte Geld ins Land, der Staat verschuldete sich immer höher, die Banken wurden reich, die Herrschaften an der Spitze der Banken wurden noch reicher. Der kalte Krieg wurde gewonnen, die Reichtümer Rußlands öffneten sich zur Ausbeutung. Die großartigen Clinton-Jahre waren angebrochen, Aktien und Börsen versprachen immerwährenden Wohlstand für alle, das Ende der Geschichte schien gekommen zu sein…

Das alles hatten wir schon gehabt. Die Roosevelt-Manipulation von 1933, der Börsenzusammenbruch von 1929 – bis 2001 lief das Experiment in Bahnen, die wir aus der Geschichte kennen. 1933 ließ das Gold die finale Kreditausweitung nicht zu, 2001 gab es keine Begrenzungen mehr, mit Papiergeld ging alles.

2001 hätten wir den Absturz in die Depression erlebt, eine neue Weltwirtschaftskrise. Statt dessen wurde die Immobilienblase aufgepumpt, übrigens nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien und Spanien. Spanien schafft es nicht in die Schlagzeilen, da liest man nur Einspalter im Wirtschaftsteil, doch Spanien betrifft uns weitaus mehr, als die Nachrichtenabdeckung vermuten läßt. Die Amerikaner schulden in Dollar, die Briten in Pfund – die Spanier aber nicht in Peseten, sondern in Euro. Hier glimmt die Lunte an unserer eigenen, von den Deutschen so ungeliebten Währung. Dank Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher liegen alle Spargelder in Deutschland auf dem Spieltisch der internationalen Finanzmanipulatoren.

Es knallt!

Das ist leider die einzige Sicherheit, die wir im Finanzsystem haben. Wir befinden uns in der Situation einer Stadt unterhalb eines Dammes. Wenn der Damm bricht, wird die Stadt überflutet: Solange der Damm niedrig ist, laufen nur die Keller voll. Wird der Damm höher gebaut, betrifft es zusätzlich das Erdgeschoß. Je höher der Damm gebaut wird, je besser man ihn stabilisiert, desto mehr Wasser fließt in den Damm, desto gefährlicher wird es für die Stadt. Irgendwann ist genügend Wasser in dem Damm, um die gesamte Stadt hinwegzuspülen. Aus einem Ärgernis für die Bewohner wird eine Katastrophe – in diesem Stadium befindet sich die Weltwirtschaft jetzt. Der Damm ist höher gebaut denn je, auf die Betonfundamente eines Goldstandards wurden die Sandsäcke des Papiergeldsystems gelegt.

Was eine kleine Rezession hätte werden können, reicherte sich an zu einer Depression und diese Depression wächst sich aus zur größten Depression aller Zeiten. Aus dem Amerikaans kennen wir den Lehrsatz: „It’s the economy, stupid!“ Zugeschrieben wird er Bill Clinton. Und ja, es ist die Wirtschaft, ihr Dummköpfe.

Eine richtig große Depression betrifft nicht nur die Banken; diese sind nur das Epizentrum des Weltbebens. Sie betrifft genauso Gustav Zierlein & Söhne, die Familienbäckerei in Ihrer Nachbarschaft. Der Bäcker hat einen neuen Ofen gekauft, auf Investitions-Kredit, natürlich, weil unser verrücktes Steuersystem das begünstigt. Er kauft sein Mehl auf Kontokorrent-Kredit, bezahlt seine Lehrlinge und Gesellen mit Dispositions-Kredit. Obwohl er ständig irgendwo Schulden hat, floriert die Bäckerei, es kommt genug Geld herein, um alle Kredite zu bedienen, als Inhaber anständig zu leben und das Geschäft auszuweiten. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Depression zuschlägt. Die arbeitslos gewordenen Kunden kaufen kaum noch frische Brötchen oder Nußecken, sondern fragen nach dem reduzierten Brot von gestern. Die Kreditzinsen steigen, deshalb steigen die Kosten des Herrn Zierlein an. Und ja, der Staat hilft nicht wirklich, denn das Geld, mit dem er helfen möchte, nimmt er den Steuerzahlern ab, also auch Bäckermeister Zierlein.

Oh ja, wir wissen, wie es ausgeht. Es geht so aus, wie bei allen Papiergeld-Systemen bisher: Das Papiergeld wird wertlos. 1971 kostete eine Unze Gold offiziell 35 Dollar. Jetzt, am 23. September 2008 kostet sie etwa 900 Dollar. Ja, ich muß „etwa“ sagen, weil der Preis jede Minute schwankt. Nächsten Monat können es 750 Dollar sein (unwahrscheinlich) oder 1.500 Dollar (nach oben offen). 1923 wurden aus einer Billion Mark (für amtierende Finanz- und ehemalige Außenminister: das ist eine Eins mit ZWÖLF Nullen, also fast das gesamte Bundeskabinett) eine neue Rentenmark.

1923 war ein lokales Ereignis, wer damals Dollar, Briten-Pfunde oder Schweizer-Franken besessen hatte, kam wunderbar durch die Inflation und konnte billig Häuser oder Tafelsilber aufkaufen. Heute beginnt der Zusammenbruch beim Dollar, setzt sich fort über Pfund, Yen und Euro – bis er beim Franken anlangt. Keine Währung ist mehr sicher. Die Mark von 1923 war eine Papierwährung, weil das Deutsche Reich kein Gold mehr hatte, um seine Währung abzusichern. Heute gibt es nur noch Papierwährungen. Oh ja, Gold, Silber, Immobilien, Grund und Boden – echte Sachwerte, Objekte zum Anfassen, werden den Zusammenbruch überleben. Ihr Sparbuch können Sie der Bundeskanzlerin schicken, das Porto wird höher sein als das Guthaben.

Das verbirgt sich hinter den schnöden Worten „es knallt“. Wie lange haben wir noch Zeit? Tage, Wochen, Monate? Ich weiß es nicht. Bin ich die neue Kassandra? Nein, denn gegen mich ist Kassandra eine fröhliche Optimistin. Aber Sie haben ja Ihre Riester-Rente, in die Sie ständig einzahlen. Und der Staat sagt, das Geld sei sicher. Nur, leider, ist der Staat dies nicht. Die Depression von 1929 hat kein Staat heil überstanden. Die Weimarer Republik ging zugrunde, genau wie das Britische Empire und die USA. Die USA? Ja, denn aus dem Hort der Freiheit wurde schon unter Roosevelt ein faschistischer Staat, der seine Bürger ausspähte, der Konzentrationslager baute und einen Weltkrieg vorbereitete. Sicher, das steht so nicht in den Geschichtsbüchern, wenn Sie jedoch lesen, was geschehen ist, finden Sie genau das, den Faschismus, die unselige Allianz zwischen Wirtschaft und Staatsmacht (bis auf das „unselig“ stammt diese Aussage von Benito Mussolini).

It’s the economy, stupid! Ja, richtig. Hier tickt die Bombe. Banken im Zusammenbruch sind nur der Anfang.

Mit freundlicher Genemigung von Michael Winkler

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Zusammenbruch des Finanzsystems
Jul 17th, 2008 by nftrw

Viele Nachrichten von Zusammenbrüchen der Banksysteme erscheinen derzeit in den etablierten Medien. Es ist die Zeit um zu denken. Vielen Menschen wird immer bewusster, das die goldene Ära der neuen Märkte endet. Das Zauberwort Konjunktur verliert seine Wirkung. Die Zusammenbrüche von Bear Stearns und der Weserbank sind die Vorzeichen eines globalen Versagens des Zinsgeldsystems.
Der Zusammenfall von indyMac und die im Gespräch befindlichen Banken wie Fannie Mae und Freddie Mac sollten jedem die Augen öffnen. Die Zeit zum Handeln ist gekommen. Deutschland hat gute Konzepte, den Totalkollaps mit wenig Schaden zu überstehen. Bisher ist das Handeln gerne Anderen überlassen, es wird Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Aus vielen Gründen vertrauen die Deutschen auf Institutionen und ihre Regierung das diese für Lösungen sorgen. Doch eben genannte haben Verpflichtungen gegenüber Banken und Industrie und sind nicht handlungsfähig.
Die Möglichkeiten etwas zum Positiven zu ändern sind geboten und warten auf Mitarbeiter. Diese Mitarbeiter können nur von privater Seite aus kommen. Betrachtet man das Finanzsystem von der herkömmlichen Seite, so stellt man fest das es von der Erschließung neuer Märkte lebt. Der letzte „neue Markt“ war die Verbreitung von Kommunikations- und Unterhaltungsmedien. Handys, Computer, Kameras und vielzählige elektronische Geräte wurden in den letzten Jahren verkauft. Ein eindeutiges Zeichen ist, das Microsoft die reichste Firma der Welt wurde.
Doch auch dieser Markt ist ausgefüllt und die Schwelle zwischen „Arm“ und „Reich“ klafft nun so weit auseinander, das sich Viele nicht einmal die notwendigen Lebensmittel leisten können. Doch eine weitere Betrachtungsweise des Finanzmarktes, welche in den herkömmlichen Medien nicht unterstützt wird wirft neue Aspekte auf: Die Umstellung auf neue Energiesysteme.
Bisher stützen sich die Banken auf eine Zusammenarbeit mit staatlichen Instanzen, welche ihre Einnahmen zum größten Teil mit der Besteuerung von Energieträgern erzielen. Die Umstellung auf die autarke Energieerzeugung und auch die Umstellung auf den ölfreien Antrieb von Autos auf Wasserstoff schafft ein Ungleichgewicht, dem dieses Finanzsystem nicht stand halten kann. Für den Übergang in ein neues System ist die Sicherung bestehender Finanzen in Edelmetallen empfohlen.
Deutschland hällt ein alternatives Finanzsystem nach Sylvio Gesell bereit. Derzeit ist dies unter dem Namen Freigeld etabliert, in vielen Regionen als Regiogeld eingesetzt und erfolgreich erprobt. Nähere Informationen erfahren Sie im FreigeldBlog.
Was kann eine private Person tun? Nehmen sie Kontakt mit den bestehenden Organisationen des neuen Geldsystemes auf. Bringen Sie den Film Der Geist des Geldes in ihre Kinos, um Ihre Mitmenschen zu informieren – Unterstützung ist Ihnen von den Produzenten zugesichert. Engagieren sie sich in den Freigeldinitiativen, um Auswege zu schaffen! Bereiten Sie sich auf einen neuen Weg vor, nicht nur im Handel sondern im Handeln. Setzen Sie Ihre Kräfte für den Aufbau eines neuem Systems ein – visionäre Realisten werden Ihnen zur Seite stehen.
Die Brisanz des Themas können Sie sich gerne vor Augen führen. Es gab in der letzten Zeit viele Verhaftungen von Personen, die für die derzeitigen Zustände auf Grund ihrer Arbeit als Manager und Führungspersonen im Finanzsystem verantwortlich gemacht werden. Auch diesen Personen sollte man von privater Seite aus keine Schuld an der Mitarbeit in einem System wie dem Schuldgeld geben. Betreffende haben nur das gemacht, was ihnen in ihrer Ausbildung zum Schuldgeldverwalter bei gebracht wurde. Bestrafen sie nicht, schaffen sie neue Wege, ihre Mitmenschen werden es ihnen danken. Sie haben die Möglichkeit zum Freiwirt zu werden und neue Wege zu erkunden. Stellen Sie sich spannende Aufgaben und haben sie Spaß bei dieser Arbeit. Finden sie neue Kontakte und setzen sie sich mit neuen Herausforderungen auseinander, bringen sie neue Impulse und lernen sie interessante Visionäre kennen. Sie werden ihr Leben und das ihrer Mitmenschen bereichern können.
Privatseiten: Zum Einstieg in das recht schwierige Thema Geld möchten wir Ihenen gerne drei Filme präsentieren: – Der Geist des Geldes Fabian – gib mir die Welt plus 5% Money as dept Für weitere Informationen steht Ihnen der Freigeld-blog zur Verfügung. Für die persönliche Vorsorge können sie sich auf der Homepage von Gerhard Spannbauer informieren.

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